Vom Top- zum Flop-Student in 7 Stufen – Studi-Burnout

Wenn man als Student vom Burnout-Syndrom hört, dann im Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung von Dozenten. Doch auch Studenten sind direkt betroffen. Ein Studium ist mit hoher Arbeitsbelastung verbunden und verlangt hohes persönliches Engagement. Besonders häufig sind die talentierten und besonders interessierten Studenten vom „Ausbrennen“ betroffen. Meist sind es 7 Schritte, in denen ein […]

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Wenn man als Student vom Burnout-Syndrom hört, dann im Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung von Dozenten. Doch auch Studenten sind direkt betroffen. Ein Studium ist mit hoher Arbeitsbelastung verbunden und verlangt hohes persönliches Engagement. Besonders häufig sind die talentierten und besonders interessierten Studenten vom „Ausbrennen“ betroffen. Meist sind es 7 Schritte, in denen ein Top- zu einem Flop-Studenten wird.

Stud-Blog listet die 7 Stufen studentischen Burnouts auf:

Stufe 1
Es beginnt mit dem Zwang, sich selbst zu beweisen. Übertriebener Ehrgeiz, die grimmige Entschlossenheit, hervorragende Hausarbeiten, Klausuren oder Abschlussarbeiten zu schreiben, das Fach oder gar die ganze Welt zu verändern, dies bildet den Ursprung.

Stufe 2
Pausenloses, härteres Arbeiten ist das Mittel, um den hohen persönlichen Erwartungen gerecht zu werden. Lesen und Schreiben bis zur Besessenheit. Es geht darum, alle Fragen des Professors zu beantworten, alle relevanten Texte zu kennen usw. In Gruppenarbeit macht man am besten alles selbst, fehlinterpretiert dies dann aber als Unersetzlichkeit.

Stufe 3
Um all dies zu bewältigen, werden eigene Bedürfnisse knallhart vernachlässigt. Es gibt nur das Studium, ohne Ausnahme. Es gibt keine Freiheiten, nur Notwendigkeiten. All das was entlastet und entspannt wird als unwichtig abgetan. Unwichtiges, darunter wird dann auch schnell Schlaf, Essen, Freunde und Familie subsummiert, wird auf ein Minimum reduziert.

Stufe 4
Irgendwann fällt auf, dass etwas nicht stimmt. An diesem Punkt treten meist die ersten körperlichen Symptome auf. Dies ist aber noch lange kein Bewusstsein für die Ursachen der gefühlten Probleme. Hier und da liefern Freunde und Bekannte Hinweise, doch der Weg aus der Krise wird weiterhin als Bedrohung gesehen.

Stufe 5
Es folgt die Verweigerung aller sozialen und physischen Bedürfnisse, was zu sozialer Isolation und körperlicher Deprivation führt. Vormals wichtige Dinge werden entwertet, Grundlage des Selbstwertes ist nun alleine die Leistung im Studium. Folge der Isolation ist emotionale Abstumpfung und Intoleranz gegenüber Kommilitonen. Andere Studenten werden nicht als Kommilitonen, sondern als Konkurrenten oder dumme, faule, fordernde sowie undisziplinierte Störer wahrgenommen. Für die Symptome der nahenden Überbelastung spielen sie den Sündenbock.

Stufe 6
Aggressivität und Zynismus nehmen zu. Das unerbittlich harte Studium in Verbindung mit Abschottung nach außen stiehlt sukzessiv jede Hoffnung. Längst wird das Studium als Belastung empfunden, ohne Richtung. Erlösung sucht man gelegentlich im Zigaretten- und Alkoholkonsum. Nun ist klar: Der einst lebendige, engagierte und leistungsorientierte Vorzeigestudent ist an Überarbeitung zugrunde gegangen. Der Stolz, das Sendebewusstsein und der Witz sind der Angst und der Aphasie gewichen. Das Gefühl der eigenen Wertlosigkeit macht sich breit. Nicht nur das Studium und die Kommilitonen, man selbst fühlt sich wertlos. Der Zeithorizont verengt sich auf die Gegenwart. Das einst aktive Studentenleben verkommt zu einer Aneinanderreihung mechanischer Funktionen. Die innere Leere wächst, nimmt jede Zuversicht.

Stufe 7
Schließlich ist die Phase erreicht, die man allgemein mit dem Begriff Burnout-Syndrom beschreibt – Gleichgültigkeit und Erschöpfung ohne Perspektive. Nicht mehr nur das Studium, sondern auch das Leben selbst wird als wertlos empfunden. Nahe dem psychischen und physischen Zusammenbruch bleibt nur noch der Gang zum Arzt.

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6 KOMMENTARE

    Kommentar
  1. 1
    Miri hat diesen Kommentar 29. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    Wisst ihr wie groß das Problem ist? In meinem Bekanntenkreis habe ich zwei Personen (okay nur eine davon studiert) die diese Anzeichen zeigen. Was für ein Arzt kann da eigentlich helfen?
    Und wie kann man das Thema ansprechen ohne das sich die Personen noch mehr abwenden? Könnt ihr mir helfen? Ich muss da doch einschreiten.

  2. Kommentar
  3. 2
    Peter hat diesen Kommentar 29. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    Ciao Miri
    da hilft nur professionelle Hilfe. Ist der Leidensdruck gross genug, wird das schliesslich auch akzeptiert.
    –> Burnout-Kliniken oder erfahrene PsychologInnen/Psychiater.

  4. Kommentar
  5. 3
    Tobias hat diesen Kommentar 29. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    Zum Thema Arzt ist zu sagen, dass es dort erhebliche Unterschiede gibt. Wenn es nötig ist, sind mehrere Ärzte zu Rate zu ziehen. Es wird nicht jeder Arzt erkennen bzw. auch richtig behandeln können.

    Eine erste Informationsquelle für diese Zivilisationskrankheit kann auch ein Internetforum sein, indem Betroffene über ihre Erfahrungen berichten. Als nicht direkt Betroffener und zur Informationen kann das Internet helfen.

    Persönlich finde ich das Burn-Out-Forum
    http://www.burn-out-forum.de/ ganz hilfreich.

    @Miri: Ich glaube, dass Peter Recht hat. Professionelle Hilfe ist auf jeden Fall notwendig.

  6. Kommentar
  7. 4
    Hans hat diesen Kommentar 29. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    Einfach nur krass…

  8. Kommentar
  9. 5
    Elisa hat diesen Kommentar 30. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    bei uns ist das auch nicht anders. sind das echt die ersten anzeichen dafür? wie kann man zu beginn die reißleine ziehen?

  10. Kommentar
  11. 6
    ??????T?????? hat diesen Kommentar 2. Mai 2019 geschrieben| Permalink

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