Trump kürzt den Wissenschaftshaushalt, Orbán verweist eine internationale Universität des Landes, Erdogan inhaftiert Forscher – für die Wissenschaft sind diese neo-autoritären Schläge zunehmend existenzgefährdend. Sie signalisieren auch etwas darüber hinaus Bedrohliches: es scheint um Kontrolle zu gehen, darum, eine Gesellschaft zu schaffen, in der öffentliche Diskurse verschwinden bzw. nur auf unterkomplexe Weise geführt werden.

Immer schon spielt die Wissenschaft eine wichtige Rolle bei der Herausforderung des Autoritarismus. Wissenschaft schafft Wege zum Verständnis und zur Solidarität. Wie der sprichwörtliche Hofnarr, der den König vor seinem eigenen Hofsaat offen verspottet, können wiss. Experten mithilfe ihrer Forschungsergebnisse die Position der Wahrheit einnehmen, ihre Methodik und Wertfreiheit nutzen, um Strukturen der Macht in einer Weise herauszufordern, die sonst gefährlich oder unmöglich wäre.

Wir brauchen die Wissenschaft daher nicht nur, weil sie zur Vervollkommnung des Menschen beiträgt, sondern weil ihre epistemischen Standards der einzig wirkliche Schutzfaktor gegen Autoritarismus darstellen. Laboratorien und Bibliotheken waren stets die Antipoden zu Palästen und Volksverführern. Insofern schützt Wissenschaftsförderung vor einer Gesellschaft, in der Erkenntnis nur insofern zulässig ist, wie sie als Machtinstrument dient oder mindestens mit dem politisch Angemessenen übereinstimmt.

Wissenschaft kann uns von den Zwängen des Daseins befreien, insbesondere von der Gängelung der menschlichen Vernunft durch Mystifizierung und Simplifizierung, mithin von der Gängelung des Menschen durch den Autoritarismus. Deshalb ist sie der Endgegner der Autoritaristen…