Mafiastudium – Die studentische Cosa Nostra

Die sizilianische Mafia, der berühmt-berüchtigte Geheimbund, hat Jahrhunderte überlebt. Durch direkte Unterminierung staatlicher Instanzen überleben mafiotische Beziehungen bis heute. Mafia ist auch ein Interaktionssystem, das staatliche Regelungslücken kompensiert und Konkurrenzinstitutionen schafft. Zwar darf man den Begriff Mafia NICHT denkungsgleich mit dem Konzept „studentische Freundschaft“ und den dazugehörigen Netzwerken verwenden, aber gelegentlich verhalten sich Studenten wie […]

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Die sizilianische Mafia, der berühmt-berüchtigte Geheimbund, hat Jahrhunderte überlebt. Durch direkte Unterminierung staatlicher Instanzen überleben mafiotische Beziehungen bis heute. Mafia ist auch ein Interaktionssystem, das staatliche Regelungslücken kompensiert und Konkurrenzinstitutionen schafft.

Zwar darf man den Begriff Mafia NICHT denkungsgleich mit dem Konzept „studentische Freundschaft“ und den dazugehörigen Netzwerken verwenden, aber gelegentlich verhalten sich Studenten wie die Mafia: Kommilitonenschaft existiert jenseits und unterhalb der offiziellen Universitätsebene und kennt nur eine geringe Interaktion mit universitären Stellen. Sie können so komplementär und genuin universitäre Funktionen übernehmen – Unterstützung und gemeinsames Durchstehen.

Inzwischen kennt man den internen Moralkatalog der Mafia, die 10 Gebote der Cosa Nostra (hier). Man fand sie während der Verhaftung Salvatore Lo Piccolos, einem Mafiaboss, der den gesamten Nordwesten Siziliens kontrollierte. Wie sähen die 10 studentischen Mafiagebote aus?

Stud-Blog, süchtig nach Gedankenspielen und auch den makabren Varianten nicht abgeneigt, skizziert die 10 Gebote der studentischen Cosa Nostra:

1. Kein Erstsemesterstudent kann sich direkt selbst einem Seniorstudenten vorstellen. Es bedarf immer einer dritten Person, die das tut.

2. Stehle niemals die Ideen, Formulierungen usw. deiner Kommilitonen.

3. Lass dich als Student niemals mit einem Professor sehen.

4. Gehe nicht in Bars und Clubs – konzentriere dich auf dein Studium.

5. Sei stets einsatzbereit für deine Mitstudenten – selbst wenn der Partner und/oder der Nebenjob es manchmal nicht zulassen.

6. Gegebene Versprechen werden gehalten – genug gesagt.

7. Die Ideen, Schriftstücke und Wortmeldungen werden stets mit intellektueller Redlichkeit behandelt.

8. Fragt dich ein Kommilitone nach irgendwelchen studienrelevanten Themen, sage immer die Wahrheit.

9. Alle universitären Leistungen sind auch wirklich deine Leistungen. Jeder Satz deiner Hausarbeit, deiner Examensarbeit, deiner Abschlussarbeit stammt von dir. Niemand fremdes darf dir dabei helfen.

10. Menschen, die niemals Teil der studentischen Cosa Nostra werden können: Studenten mit engen Kontakten zu Dozenten, Professoren etc.; jede Person, die sich unangemessen und unmoralisch verhält.

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2 KOMMENTARE

    Kommentar
  1. 1
    HRA hat diesen Kommentar 17. Dezember 2010 geschrieben| Permalink

    Geil!

  2. Kommentar
  3. 2
    Hans hat diesen Kommentar 18. Dezember 2010 geschrieben| Permalink

    Punkt 10 ist wirklich wichtig – aus Prinzip.

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