Die Serendipitätstugenden – 5 alternative wissenschaftliche Tugenden, die die Welt veränderten

Egal ob es darum geht wissenschaftliche Kenntnisse zu erweitern oder eine wirtschaftliche Anwendung zu erreichen, an der Universität lernt man, wie man methodisch abgesichert und systematisch forscht. Durch Beobachtung, Experiment und anderen Verfahren, so lernt man es, sucht der Wissenschaftler auf methodischem Weg fleißig, neugierig, geduldig und hingebungsvoll, das natürliche Streben des Menschen nach Wissen […]

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Egal ob es darum geht wissenschaftliche Kenntnisse zu erweitern oder eine wirtschaftliche Anwendung zu erreichen, an der Universität lernt man, wie man methodisch abgesichert und systematisch forscht. Durch Beobachtung, Experiment und anderen Verfahren, so lernt man es, sucht der Wissenschaftler auf methodischem Weg fleißig, neugierig, geduldig und hingebungsvoll, das natürliche Streben des Menschen nach Wissen vollendend, nach Ursachen, Gründen und Gesetzmäßigkeiten, sei es aus theoretischer Neugier, aus natur- und sozialtechnologischem oder therapeutischen Interesse.

Das klingt gut und wahr, wäre da nicht das sog. Serendipitätsprinzip. Oft ist es nämlich nicht wissenschaftliche Neugier und forscherischer Fleiß, sondern Faulheit, Schlampigkeit, Schwerfälligkeit etc., die Wissenschaft voranbringt.

Stud-Blog nennt, nicht ganz ernst gemeint, die 5 alternativen Tugenden der Wissenschaft bzw. die sog. 5 Serendipitätstugenden:

1. Faulheit
Beispiel Fotografie: Der Theaterkulissen-Maler Louis Jacques Mandé Daguerre arbeitete an einem praktischen Verfahren zur Herstellung von Fotografien. Weitgehend erfolglos in seinen Bemühungen und enttäuscht von wiederkehrenden Fehlschlägen, war er einfach zu faul, die Fotoplatte, mit der er bisher erfolglos experimentierte, zu reinigen. Etwas frustriert warf er die Fotoplatte einfach in seinen Laborschrank, wo diese mit Silber-Jodid beschichtete Platte mit dem Quecksilber eines defekten Thermometers reagierte. Die dadurch gewonnenen Positive nannte man fortan Daguerreotypien.

2. Drogenmissbrauch
Beispiel Anästhesie: Dieses medizinische Verfahren ist unerlässlich für operative oder diagnostische Maßnahmen. Wer hätte gedacht, dass dieses Verfahren Resultat privaten Drogenmissbrauchs war. 1844, in einer Zeit, in der man die berauschende Wirkung von Lachgas als Partyspaß nutzte, entdeckte der junge Zahnarzt Horace Wells (ja, es war eigentlich nicht William Thomas Green Morton) die anästhetische Wirkung des Lachgases, als sein dadurch halb betäubter Freund verunfallte ohne Schmerzen zu empfinden. Für Wells war Lachgas fortan keine Partydroge mehr, sondern das Inhalationsnarkotika seiner Wahl.

3. Fahrlässigkeit
Beispiel Iod: Bernard Courtois, ein industrieller Salpetersieder, entdeckte das Element Iod, nachdem er einen seiner Arbeiter fahrlässig anwies, zur Reinigung eines Tanks für die Gewinnung von Kalium eine stärkere Säure zu benutzen. Resultat waren violette Dämpfe. Diese Dämpfe wurden später von Sir Humphry Davy und Joseph Louis Gay-Lussac als Element identifizierten und Iod nannten.

4. Unsauberkeit
Beispiel Penicillin: Dem wahren Lifestyle eines Bakteriologen folgend, kultivierte der Mediziner Alexander Fleming sogar in der eigenen Wohnung fortwährend Mikroorganismen in zahlreichen Petrischalen. Fleming hatte es nicht so sehr mit der Sauberkeit, was zufällig dazu führte, dass ein Pilz, von schmutzigem Geschirr in der Nähe auf eine Petrischale übergesprungen, die darauf kultivierten Bakterien zerstört hatte. Als er dies entdeckte, entdeckte er quasi das Antibiotikum Penicillin. So rettete die Unsauberkeit eines Mediziners unzählige Menschenleben.

5. Schokoholismus
Beispiel Mikrowelle: Percy Spencer war offensichtlich ein Schokoholiker in der symptomatischen Phase der Schokosucht. Das sind diejenigen Feinschmecker, die sich nicht nur überall kleine Schokoladenvorräte anlegen, sondern auch immer Schokolade bei sich führen müssen. Diese Verhaltensauffälligkeit führte zur Entdeckung des Lieblingsgerätes aller Pseudowissenschaftler dieser Welt, des Mikrowellenherds. Hätte Spencer nicht Schokolade in seinem Laborkittel mitgeführt, dann wäre man wohl nie darauf gekommen, Essen per Mikrowellenstrahlung zu erwärmen. Ok, ein bisschen Fahrlässigkeit war wahrscheinlich auch dabei als er bemerkte, wie die Strahlen eines Magnetrons für Radaranlagen den Schokoriegel in seiner Tasche zu schmelzen brachte.

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4 KOMMENTARE

    Kommentar
  1. 1
    Hans hat diesen Kommentar 19. März 2009 geschrieben| Permalink

    Mal eine andere Perspektive 🙂

  2. Kommentar
  3. 2
    EFFELI hat diesen Kommentar 19. März 2009 geschrieben| Permalink

    LUSTIG

  4. Kommentar
  5. 3
    Crazy hat diesen Kommentar 23. März 2009 geschrieben| Permalink

    L..U.S.T.I.G. 🙂

  6. Kommentar
  7. 4
    Anonymous hat diesen Kommentar 26. März 2009 geschrieben| Permalink

    Das sind, meine ich, nur Experimente im OXO-Design. Selbst in der Medinzin ist ein solches vorexperimentelle Design selten 🙂

  8. Kommentar Kommentar

2 Trackbacks

  1. […] gilt auch für die Wissenschaft. Darüber hatten wir bereits hier berichtet. Schlagwörter:André Bertholomew Kostolany, Börse, Inspiration, Vier-Gs-Strategie UND […]

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