Das erfolgreiche Referat (ER) ist eine Funktion aus Wissen (W), Übung (Ü) und Talent (T). Da Wissen sowohl der Übung als auch dem Talent überlegen ist, ist dies der wichtigste Faktor der Funktion. Sein Wissen über Rethorik zu verbessern ist damit der einfachste und sicherste Weg, um erfolgreich Vorträge halten zu können.

Stud-Blog hat noch ein paar Anmerkungen dazu, wie man seinen Auftritt perfektionieren könnte:

 

  1. Keine Witze! Normalerweise sollte man nicht mit einem Scherz beginnen. Witze zu Beginn eines Vortrages zu reißen empfielt sich nur vor einem Publikum, das man gut kennt. Kennt das Publikum den eigenen Vortragsstil nicht, ist Humor meist etwas schwierig. Witze sollte man sich für das Ende eines Vortrags aufheben.

 

  1. Vermarkte! Man sollte den Zuhöreren zu Beginn plausibel erklären, warum das Thema interessant ist, welchen Nutzen man daraus ziehen kann und warum man der Beste ist, um dies alles zu vermitteln. Wichtig ist auch die konsequente Ausrichtung des Vortrags auf die Bedürfnisse der Zuhörerschaft. Aber nicht vergessen: “The quickest way to kill a bad product is with great advertising” (Madison).

 

  1. Kreiseln! Die einzelnen Punkte, Argumente oder Beweise sollte man nach folgender Heuristik vorbringen. Zunächst sollte man die einzelnen Diskussionspunkt gerafft, dann sehr detailiert und zum Schluss in Zusammenfassung vortragen. Diese Vorgehen ermöglicht es dem Publikum leicht einzusteigen, schnell zu verstehen und langfristig zu memmorieren. Es ist normal, dass Leute periodisch geistig aussteigen – mit der nämlichen Heuristik sorgt man aber proaktiv dafür, dass diese Aussteiger jeder Zeit leicht in das Thema zurückfinden können.

 

  1. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Wenn man Einfluss darauf hat: Der Vormittag ist optimal. Man sollte einen Raum wählen, der mit der erwarteten Teilnehmerzahl voll belegt ist. Sorgen sollte man außerdem für eine gute Beleuchtung des Raumes.

 

  1. Nutze die Tafel! Auf einer Tafel schreibt man genau so schnell, wie der durchschnittliche Zuhörer Informationen verarbeiten. Dies sorgt dann auch dafür, dass man nicht zu weit vom Gezeigten entfernt steht. Die Zuhörer müssen dann nicht mehr zwischen Vortragenden und Visualisierung hin und her springen, was schnell ermüdet. Unnötig sind dann auch Laserpointer und ähnliche Spielzeuge.

 

  1. Do The Evolution! Das ist nun wirklich ein Geheimtipp! Man sollte Kommilitonen, Freunde, Eltern und Bekannte darum bitten, der Vorabversion des geplanten Vortrags zu lauschen. Man sollte sie außerdem um den Versuch bitten, einen mit knifligen Nachfragen und scharfem Nachhaken zum weinen zu bringen. Je härter der Test, desto gründlicher die Auslese.

 

  1. Bitte kein Handout! Wer braucht das? Entweder dein Vortrag enthällt all das, was du vermitteln willst oder du lässt es. Anders: Ist der Vortrag gut, dann braucht es kein Handout. Alle Vorbereitungszeit sollte in die Vorbereitung des reinen Vortrags investiert werden. Handouts sind nur ein billiges Substitut für einen guten Vortrag. Außerdem erzeugt es beim Zuhhörer den Anreiz, geistig zu entspannen – Papier ist geduldig (!).

 

  1. Sluagh-ghairm! Man sollte Slogans verwenden, um wichtige Kernideen memorabler zu machen. Dies erreicht man etwa, indem man eine Kernidee zu einem einfachen, umgangssprachlichen Satz verdichtet, der das Gemeinte direkt, prägnant und treffend beschreibt. Jeder wichtige Punkt eines Vortrags hat seinen Claim, jeder Beweis seine Tagline verdient!

 

  1. Sensation! Man sollte in jedem Vortrag etwas Außergewöhnliches machen, worüber die Zuhörer danach unabhängig vom Inhalt sprechen können. Eine außergewöhnliche Besonderheit wäre es etwa, wenn man gleichzeitig mit der linken Hand eine Formel und mit der rechten Hand den dazugehörigen Graph anzeichnet. Verbinde etwas mit deinem Vortrag, mit dem die Schwelle, wo ein Ereignis zur Sensation wird, überschritten wird. So werden auch die Inhalte deines Vortrags weiter verbreitet.

 

  1. Undankbarkeit! Ja, richtig gehört. Wie oft hat man dies schon hören müssen: “Danke für Ihre Aufmerksamkeit”. Wieso solltest man den Zuhörern danken, wenn die nur konsummiert haben? Man sollte dem Publikum lieber Komplimente machen, wenn es sich mit besonders guten und konstruktiven Wortmeldungen am Erfolg des Vortrags beteiligte. Sich für Aufmeksamkeit zu bedanken ist wiederum nur irgendwie ein billiger Versuch, Gnade zu erbetteln. Und ehrlich gesagt, die nötige Aufmerksamkeit darf man in einer Universität wohl erwarten.