Der Geist der Wissenschaft – 7 Elemente des Forschergeistes

Forschung ist manchmal eine dilemmatische Situation. Während die Kosten der Forschung meist individualisiert sind, ist ein etwaiger Nutzen der Ergebnisse der Forschung sozialisiert – negative individuelle Konsequenz (das Leben als relativ armer Forscher) führen zu einer langfristigen positiven Konsequenz für die Gesellschaft (Erkenntnisfortschritt). Um dieses Dilemma aufzulösen, bedarf es Forschergeister. Forschergeist ist die Bereitschaft und Fähigkeit, neue […]

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Forschung ist manchmal eine dilemmatische Situation. Während die Kosten der Forschung meist individualisiert sind, ist ein etwaiger Nutzen der Ergebnisse der Forschung sozialisiert – negative individuelle Konsequenz (das Leben als relativ armer Forscher) führen zu einer langfristigen positiven Konsequenz für die Gesellschaft (Erkenntnisfortschritt).

Um dieses Dilemma aufzulösen, bedarf es Forschergeister. Forschergeist ist die Bereitschaft und Fähigkeit, neue Ideen zu entwickeln oder Entdeckungen und Erfindungen zu machen, sowie die Bereitschaft und Fähigkeit dafür Risiken einzugehen. Forschergeist bedeutet, für die Idee oder Möglichkeit einer Entdeckung sonstig mögliche Karrierewege und finanzielle Absicherung aufs Spiel zu setzen, viel Zeit und sogar eigenes Kapital zu investieren. Neben den wissenschaftlichen Ansprüchen an einen Forscher, wie etwa Objektivität und argumentative Rationalität, welche Eigenschaften muss ein Wissenschaftler noch haben? Was zeichnet eine Forscherpersönlichkeit aus?

Stud-Blog nennt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die Merkmale des Forschergeistes:

1. Motivation

Ein Forscher sieht die überwältigende Notwendigkeit für und verspührt einen starken intrinsischen Drang nach Wahrheit. Er sucht die Lösung von bisher unbearbeiteten Problemen und bezweckt die Verminderung von Übeln und Leid auf der Welt. Der Forscher hat eines dieser Motive, das ihn begeistert und die treibende Kraft für sein Forschungsvorhaben sein muss. Dies bedingt seine Bereitschaft, Probleme anzugehen, Fragen aufzuwerfen und seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Die so motivierte hohe Leistungsbereitschaft ist eine notwendige Eigenschaft forscherischen Handelns.

2. Entdeckertum

Ein Forscher muss willig und fähig sein, systematisch Forschungsfragen zu generieren, zu bewerten und auszuwählen, sowie persönliche Forschungschancen wahrzunehmen und umzusetzen.

3. Unabhängigkeitsstreben

Ein Forscher ist ein harter und pragmatischer Mensch, der ein unbändiges Bedürfnis nach Unabhängigkeit (Freiheit der Forschung) und Leistung (siehe 1) verspürt. Er muss mit Ausdauer und Entschlossenheit Forschungsstrategien entwickeln und in den eigenen Fähigkeiten vertrauen, um etwa den Verlockungen von Cargo-Kult-Wissenschaft, Junk Science oder Bunk Science zu entgehen.

4. Emotionale Stabilität

Ein Forscher muss dem Heureka-Syndrom, es beschreibt Depressionen und Selbstmorde bei Wissenschaftlern, wiederstehen können. Er muss fähig sein, enttäuschende Untersuchungsergebnisse sowie auftretenden forschungstechnische Misserfolgen sehr schnell zu verarbeiten und in kritischen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren. Forschen ist eine Art „Falling Forward“, Fehler und Misserfolge zu studieren ist bitter, aber ein sicherer Weg zu mehr Erkenntnis.

5. Mut und Offenheit

Der Forscher muss mit höchster Gewissenhaftigkeit und Offenheit an neuer Forschungsprojekte herangehen. Forschung ist meist keine Routine-Aufgabe. Ein Forscher muss willig und fähig dazu sein, in unbekanntem Feld zu operieren und Wege zu finden, forschungsfähig zu bleiben. Er darf außerdem keinen hohen Neurotizismuswert aufweisen. Er muss seinen Wissensstand ständig aktualisieren, er muss freudig endloses Lernen bejahen. Ein Forscher muss dazu außerdem entscheidungsfreudig sein.

6. Beharrlichkeit und Entschlossenheit

Ein Forscher entwickelt Strategien und Konzepte, die Forschungsvorhaben erst wahr werden lassen. Auch wenn die Details unbekannt sind, muss er flexibel reagieren und bestehende Möglichkeiten geduldig weiter entwickeln. Er ist es, der Neuland betritt, meist sogar alleine.  Neue Forschungsideen müssen beharrlich und entschlossen entwickelt, in Modelle und Prototypen umgesetzt und schließlich geschickt verbreitet werden.

7. Verkaufstalent

Der Forscher muss es schaffen, Ressourcen zu erschließen und für seine Forschung zu nutzen. Er muss ständig wichtige finanzielle und materielle Ressourcen akquirieren, um seine Forschungsaktivitäten durchführen zu können. Deshalb muss er auch das nötige Einfühlungsvermögen besitzen, um sich in Investoren und Förderinstitutionen hineinversetzen zu können, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu gewährleisten und damit finanzielle Mittel zu sichern.

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3 KOMMENTARE

    Kommentar
  1. 1
    Anonymous hat diesen Kommentar 6. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    find ich gut

  2. Kommentar
  3. 2
    Joy45 hat diesen Kommentar 7. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    Auch Wissenschaftler können Vorbilder sein 🙂

  4. Kommentar
  5. 3
    Hans hat diesen Kommentar 18. Oktober 2009 geschrieben| Permalink

    Was ist mit Verantwortung?

  6. Kommentar

Ein Trackback

  1. […] erfasst am: 3 Jul, 2013 • 15:52 Keine Kommentare Vor einiger Zeit haben wir über den sog. „Geist der Forschung“ geschrieben. Die Frage: Gibt es einen typischen Forschercharakter in Verhalten, Ausdruck der […]

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